tabata übungen
Tabata-Übungen: geeignete Bewegungen und ein sicherer Testblock
Nicht jede schnelle Übung eignet sich für 20/10-Intervalle. Diese Auswahl priorisiert Bewegungen, die auch unter kurzer Pause kontrollierbar bleiben, und zeigt einen Testblock.
Zum AblaufDirekt trainierbar
Dein Ablauf auf einen Blick
- Niveau
- Mit Bewegungserfahrung
- Dauer
- 12 Minuten
- Belastung / Pause
- 20/10 Sekunden
- Umfang
- 1 × 8 Intervalle
- Geräte
- Stuhl oder Wand
01 · Aufwärmen
- 4 Minuten aufwärmen
02 · Intervalle
- Kniebeuge zum StuhlBelastung 20 s Erholung 10 s1 Intervall Runden
- Erhöhte LiegestützeBelastung 20 s Erholung 10 s1 Intervall Runden
- Seitlicher SchrittBelastung 20 s Erholung 10 s1 Intervall Runden
- Good MorningBelastung 20 s Erholung 10 s1 Intervall Runden
- Kniebeuge zum StuhlBelastung 20 s Erholung 10 s1 Intervall Runden
- Erhöhte LiegestützeBelastung 20 s Erholung 10 s1 Intervall Runden
- Seitlicher SchrittBelastung 20 s Erholung 10 s1 Intervall Runden
- Good MorningBelastung 20 s Erholung 10 s1 Intervall Runden
03 · Ruhig werden
- 4 Minuten ruhig bewegen
Leichter
20/20 statt 20/10.
Schwerer
Nur eine Übung anspruchsvoller wählen, Rhythmus beibehalten.
Für wen diese Seite gedacht ist
Der Testblock richtet sich an grundsätzlich gesunde Erwachsene mit Bewegungserfahrung, die vier kontrollierbare Übungen im 20/10-Rhythmus prüfen möchten. Bei bekannter Erkrankung, Schwangerschaft, relevanter Medikation, Rehabilitation oder ungeklärten Beschwerden wird die Eignung vorab individuell qualifiziert geklärt.
Der vollständige 12-Minuten-Ablauf
Der gesamte Trainingsplan gliedert sich in drei Phasen. Die Zeitrechnung ist transparent: 4 Minuten Vorbereitung, 4 Minuten Tabata-Block (acht Intervalle à 20 Sekunden Belastung plus 10 Sekunden Pause) und 4 Minuten ruhiges Abkühlen. Zusammen exakt 12 min.
Phase 1 – Aufwärmen (4 Minuten)
Die vier Minuten Vorbereitung führen die Bewegungen bei leichtem Tempo ein. Aussagen des Originalprotokolls werden nicht auf diesen Körpergewichtsblock übertragen.
Minute 1: Lockeres Gehen auf der Stelle, Arme mitschwingen.
Minute 2: Hüftkreisen (30 s) und Schulterkreisen (30 s).
Minute 3: Langsame halbe Kniebeugen zum Stuhl, 8–10 Wiederholungen ohne Eile.
Minute 4: Sanftes Abstützen an der Wand, Mini-Liegestütze mit kleinem Bewegungsumfang.
Atmung ruhig halten – noch kein Maximum.
Phase 2 – Tabata-Block (4 Minuten, 8 Intervalle)
Acht 20 Sekunden Intervalle, jeweils gefolgt von 10 Sekunden Pause. Vier Bewegungen werden in fester Reihenfolge zweimal durchlaufen:
Phase 3 – Ruhig werden (4 Minuten)
Minute 1: Langsames Gehen auf der Stelle, Arme ausschwingen.
Minute 2: Wadenstretch an der Wand, je Bein etwa 30 Sekunden.
Minute 3: Oberschenkelvorderseite im Stand dehnen (Halt am Stuhl), je Seite 30 Sekunden.
Minute 4: Brust- und Schulterdehnung an der Wand, drei tiefe Atemzüge zum Abschluss.
Nach dem Abschluss nicht abrupt hinsetzen, sondern kurz nachspüren.
- Minute 1: Lockeres Gehen auf der Stelle, Arme mitschwingen.
- Minute 2: Hüftkreisen (30 s) und Schulterkreisen (30 s).
- Minute 3: Langsame halbe Kniebeugen zum Stuhl, 8–10 Wiederholungen ohne Eile.
- Minute 4: Sanftes Abstützen an der Wand, Mini-Liegestütze mit kleinem Bewegungsumfang.
- Minute 1: Langsames Gehen auf der Stelle, Arme ausschwingen.
- Minute 2: Wadenstretch an der Wand, je Bein etwa 30 Sekunden.
- Minute 3: Oberschenkelvorderseite im Stand dehnen (Halt am Stuhl), je Seite 30 Sekunden.
- Minute 4: Brust- und Schulterdehnung an der Wand, drei tiefe Atemzüge zum Abschluss.
Technik und Umsetzung
Kniebeuge zum Stuhl
Technik: Stuhl stabil an die Wand stellen (nicht rollend). Füße hüft- bis schulterbreit, Gewicht auf der Fußmitte. Das Gesäß führt die Bewegung nach hinten, bis es den Stuhl leicht berührt. Rücken bleibt aufrecht, Blick geradeaus.
Häufiger Fehler: Knie weit über die Fußspitzen schieben und den Oberkörper stark nach vorn kippen.
Rückstufung: Stand etwas breiter wählen, nur halb so tief gehen, Tempo reduzieren.
- Technik: Stuhl stabil an die Wand stellen (nicht rollend). Füße hüft- bis schulterbreit, Gewicht auf der Fußmitte. Das Gesäß führt die Bewegung nach hinten, bis es den Stuhl leicht berührt. Rücken bleibt aufrecht, Blick geradeaus.
- Häufiger Fehler: Knie weit über die Fußspitzen schieben und den Oberkörper stark nach vorn kippen.
- Rückstufung: Stand etwas breiter wählen, nur halb so tief gehen, Tempo reduzieren.
Erhöhte Liegestütze
Technik: Hände auf eine stabile, nicht rollende Erhöhung setzen. Der Körper bildet eine gerade Linie von Kopf bis Ferse. Ellenbogen kontrolliert beugen und die Brust zur Auflage führen.
Häufiger Fehler: Becken hängt durch, Hohlkreuz, Kopf nach vorn geschoben.
Rückstufung: Eine höhere feste Auflage wählen oder zur Wandvariante wechseln.
- Technik: Hände auf eine stabile, nicht rollende Erhöhung setzen. Der Körper bildet eine gerade Linie von Kopf bis Ferse. Ellenbogen kontrolliert beugen und die Brust zur Auflage führen.
- Häufiger Fehler: Becken hängt durch, Hohlkreuz, Kopf nach vorn geschoben.
- Rückstufung: Eine höhere feste Auflage wählen oder zur Wandvariante wechseln.
Seitlicher Schritt
Technik: Füße hüftbreit, Knie leicht gebeugt. Kontrolliert 1–2 Schritte nach rechts, zurück zur Mitte, dann nach links. Brust aufrecht, Hüfte stabil, Arme aktiv mitschwingen, kein Hüpfen.
Häufiger Fehler: Schritte zu groß, Oberkörper kippt zur Seite, Bodenhaftung geht verloren.
Rückstufung: Kleinere Schritte, langsameres Tempo, Arme am Körper lassen.
- Technik: Füße hüftbreit, Knie leicht gebeugt. Kontrolliert 1–2 Schritte nach rechts, zurück zur Mitte, dann nach links. Brust aufrecht, Hüfte stabil, Arme aktiv mitschwingen, kein Hüpfen.
- Häufiger Fehler: Schritte zu groß, Oberkörper kippt zur Seite, Bodenhaftung geht verloren.
- Rückstufung: Kleinere Schritte, langsameres Tempo, Arme am Körper lassen.
Good Morning
Technik: Füße hüftbreit, Knie leicht gebeugt. Die Hüfte nach hinten führen, den Rücken lang halten und den Oberkörper nur so weit neigen, wie die Position kontrolliert bleibt.
Häufiger Fehler: Den Rücken runden oder aus den Knien statt aus der Hüfte arbeiten.
Rückstufung: Bewegungsweg verkleinern und die Hände an die Hüfte legen.
Achte auf korrekte Übungsausführung für eine kontrollierte Vorbereitung. Technik und gleichmäßige Wiederholbarkeit stehen immer vor Geschwindigkeit.
- Technik: Füße hüftbreit, Knie leicht gebeugt. Die Hüfte nach hinten führen, den Rücken lang halten und den Oberkörper nur so weit neigen, wie die Position kontrolliert bleibt.
- Häufiger Fehler: Den Rücken runden oder aus den Knien statt aus der Hüfte arbeiten.
- Rückstufung: Bewegungsweg verkleinern und die Hände an die Hüfte legen.
Leichter und schwerer mit nur einer Stellschraube
Das Originalprotokoll mit trainierten Teilnehmenden und vorgegebener hoher Belastung ist nicht mit diesem kontrollierten Körpergewichtsblock gleichzusetzen. Für den Plan gibt es zwei klare Varianten, bei denen jeweils nur eine Variable verändert wird.
Leichter – Tabata-Style mit 20/20
Statt 20 Sekunden Belastung und 10 Sekunden Pause werden 20 Sekunden Arbeit und 20 Sekunden Pause genutzt. Gleiche vier Übungen, gleiche Reihenfolge, gleiche acht Intervalle. Der Belastungsblock verlängert sich auf 5 Minuten 20 Sekunden; die Gesamteinheit dauert dann 13 Minuten 20 Sekunden. Diese Variante ist ausdrücklich als Tabata-Style zu bezeichnen, nicht als klassisches Tabata. Sie ist die ausdrücklich leichtere Planvariante mit längerer Erholung.
Beginne mit weniger intensiven Intervalltrainings als Anfänger – das ist kein Schwächezeichen, sondern ein solides Fundament.
Schwerer – eine Übung anspruchsvoller
Den 20/10 Rhythmus beibehalten, aber eine einzelne Übung in der Schwierigkeit steigern. Beispiel: Wandliegestütze ersetzen durch erhöhte Liegestütze an einer niedrigeren Kante (Bank, stabile Stufe). Oder bei der Kniebeuge den Stuhl etwas niedriger wählen, um den Bewegungsumfang zu vergrößern. Nicht gleichzeitig Verhältnis, Rundenzahl und Übungsschwierigkeit verändern – dadurch lässt sich die Ausführung der einzelnen Änderung nicht mehr zuordnen.
Intensität ohne starre Pulszahl steuern
Die Originalstudie von Dr. Tabata arbeitete unter Laborbedingungen mit exakter VO₂max-Messung. Im Alltag stehen zwei einfache Orientierungshilfen zur Verfügung:
Sprechtest: Während der 20 Sekunden Belastung sind nur noch kurze Wortgruppen möglich. In der Pause gelingt wieder ein ganzer Satz. Wenn auch in der Pause nichts mehr geht, ist die Intensität zu hoch.
Subjektive Anstrengung: Auf einer Skala von 1 bis 10 kann sich die Belastung als nicht-diagnostische Orientierung ungefähr wie 6–7 anfühlen.
Höre auf deinen Körper, um Überlastungen zu vermeiden. Wenn die Technik auseinanderfällt, sinkt das Tempo – kein Formverlust erzwingen. Eine allgemeine Zielherzfrequenz wird hier bewusst nicht vorgegeben, weil sie ohne individuelle Daten keine verlässliche Grundlage liefert.
- Sprechtest: Während der 20 Sekunden Belastung sind nur noch kurze Wortgruppen möglich. In der Pause gelingt wieder ein ganzer Satz. Wenn auch in der Pause nichts mehr geht, ist die Intensität zu hoch.
- Subjektive Anstrengung: Auf einer Skala von 1 bis 10 kann sich die Belastung als nicht-diagnostische Orientierung ungefähr wie 6–7 anfühlen.
Originalprotokoll und Anpassung klar trennen
Ein mögliches Wochenmuster
Der Testblock kann als einzelne Einheit an einem passenden Tag stehen. Andere Bewegung wird unabhängig davon geplant. Aus diesem Beispiel folgt weder eine feste Wochenzahl noch ein vorgeschriebener Erholungszeitraum.
Typische Fehler und direkte Korrekturen
Zu schnell beginnen Problem: In den ersten Intervallen wird alles gegeben, ab Intervall 5 bricht die Technik ein. Lösung: Die ersten beiden Runden bewusst moderat angehen. Tempo erst steigern, wenn die Grundlage steht.
Pausen kürzen oder weglassen Problem: 10 Sekunden Pause werden auf 5 Sekunden verkürzt oder übersprungen. Damit wird das festgelegte 20/10-Verhältnis verändert. Lösung: Pausenzeit strikt einhalten. Lieber das Tempo in der Arbeitsphase senken.
Bewegungsweg erzwingen Problem: Tiefer in die Kniebeuge drücken als die Beweglichkeit erlaubt, die Ausführung wird unkontrolliert. Lösung: Nur so tief gehen, wie die Technik sauber bleibt. Tiefe kommt mit der Zeit.
Mehrere Variablen gleichzeitig ändern Problem: Gleichzeitig das Verhältnis auf 30/10 setzen, eine schwierigere Übung wählen und einen zweiten Block anhängen. Lösung: Pro Anpassung nur eine Stellschraube drehen. So bleibt nachvollziehbar, was funktioniert und was überfordert.
Kein Aufwärmen Problem: Direkt in die 20 Sekunden Intervalle einsteigen, Muskeln und Herz-Kreislauf-System sind kalt. Ein Aufwärmen wird empfohlen, um vorbereitet zu starten – die vier Minuten Vorbereitung konsequent nutzen, nicht abkürzen.
Sicherheit und Grenzen
Beim Tabata ist die physiologische Belastung hoch. Sofort stoppen bei:
Brustschmerz oder Engegefühl
Ohnmachtsgefühl oder starkem Schwindel
Ungewöhnlicher Atemnot, die über normale Anstrengung deutlich hinausgeht
Plötzlich auftretendem ungewohntem Herzrasen
Stechendem Schmerz in Gelenken oder Muskeln
Bei einem der genannten Stoppsignale wird das Training sofort unterbrochen.
Bei bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schwangerschaft, relevanter Medikation, Rehabilitation, langer Sportpause oder ungeklärten Beschwerden die Belastbarkeit individuell mit einer qualifizierten Fachperson klären – vor dem ersten Intervall, nicht danach.
Diese Seite gibt keine Kalorien-, Gewichtsverlust-, Heil- oder Leistungsgarantie. Der Block bietet einen strukturierten Einstieg in Intervalltraining mit Ausdauerübungen – nicht mehr und nicht weniger.
- Brustschmerz oder Engegefühl
- Ohnmachtsgefühl oder starkem Schwindel
- Ungewöhnlicher Atemnot, die über normale Anstrengung deutlich hinausgeht
- Plötzlich auftretendem ungewohntem Herzrasen
- Stechendem Schmerz in Gelenken oder Muskeln
Kurze FAQ
Brauche ich Geräte für Tabata Übungen? Das Originalprotokoll nutzte ein Fahrradergometer. Für diesen Plan reichen ein stabiler Stuhl, eine freie Wand, bequeme Kleidung und Sportschuhe. Optional eine Matte. Kein Fitnessstudio nötig.
Was mache ich an Tagen mit schlechter Tagesform? Die Intensität reduzieren: leichtere Varianten der Übungen wählen oder von 20/10 auf 20/20 wechseln. An manchen Tagen ist es klüger, den Block ganz auszulassen und stattdessen spazieren zu gehen. Das Trainingsniveau schwankt – das ist normal, nicht Versagen.
Ab wann kann ich von 20/20 auf 20/10 wechseln? Wenn der 20/20-Block kontrolliert bleibt, kannst du in einer späteren Einheit nur die Pause auf 10 Sekunden verkürzen. Übungen, Reihenfolge und Intervallzahl bleiben gleich.
Ist mein Training „echtes" Tabata, wenn ich nicht ans Maximum gehe? Das Originalprotokoll von Izumi Tabata war für hochtrainierte Sportler konzipiert und verlangte Belastung nahe der Erschöpfung. Im Alltag arbeiten die meisten Menschen in einer angepassten Struktur – und das ist für den Einstieg in Sport und Bewegung völlig ausreichend. Entscheidend ist, die Planvariante korrekt zu benennen und kontrolliert auszuführen, nicht eine Labordefinition nachzuahmen.
Der Zehn-Sekunden-Wechseltest für geeignete Übungen
Eine Bewegung passt nur dann in diesen Block, wenn nicht nur ihre Arbeitsphase, sondern auch der Wechsel sicher gelingt. Stelle den Timer zunächst auf zehn Sekunden und probe den Übergang zur nächsten Ausgangsposition ohne Tempo. Du solltest die vorherige Bewegung kontrolliert beenden, einen sicheren Stand oder Handkontakt herstellen und zum Startsignal bereit sein.
Braucht eine Übung Bodenwechsel, Möbelrücken oder hektisches Drehen, ist sie für diese Reihenfolge ungeeignet. Wähle dann eine Variante mit derselben Aufgabe, aber kürzerem Weg: Wand statt niedriger Auflage, Seitenschritt statt Sprung oder kleinerer Bewegungsweg bei der Kniebeuge. Die Pause bleibt Erholung und wird nicht zu einem Wettlauf durch den Raum.
Prüfe außerdem das achte Intervall: Eine geeignete Übung bleibt auch dann erkennbar kontrolliert. Werden Knieachse, Rumpf oder Handkontakt instabil, reduziere Tempo beziehungsweise Bewegungsweg oder nutze 20/20 als ausdrücklich angepassten Tabata-Stil. So entscheidet nicht der Name der Übung, sondern ihre kontrollierte Wiederholbarkeit einschließlich Übergang.
Quellen und Einordnung
- WHO: Physical activity
- CDC: How to Measure Physical Activity Intensity
- Poon et al. (2024): HIIT and cardiorespiratory fitness in adults
- Tabata et al. (1996): Effects of moderate-intensity endurance and high-intensity intermittent training
Stand . Allgemeine Trainingsinformation, keine individuelle medizinische Beratung.